Werkstudent/in Social Media & Content Creation (m/w/d)
13. Mai 2026
Die Digitalisierung der Industrie schreitet unaufhaltsam voran. Doch während die klassische IT (Information Technology) in den meisten Unternehmen durch Firewalls, Virenscanner und strenge Protokolle stark geschützt ist, wird ein entscheidender Bereich oft übersehen: die Betriebstechnik (Operating Technology, kurz OT).
Mit dem Inkrafttreten der neuen NIS-2-Richtlinie der Europäischen Union ändert sich dies grundlegend. Unternehmen werden nun gesetzlich dazu verpflichtet, ein strukturiertes Sicherheits- und Risikomanagement umzusetzen, das alle vernetzten Systeme umfasst. Doch was bedeutet das konkret für die Praxis?
Vom isolierten System zum „Türöffner“ für Hacker
Unter OT fallen Anlagen und Geräte, die physische Prozesse überwachen und steuern. Dazu gehören Produktionsroboter, Gebäudeleittechnik (wie Klimaanlagen und Aufzüge), elektronische Schließanlagen und hochsensible Medizintechnik.
In der Vergangenheit waren diese OT-Systeme oft in sich geschlossen und funktionierten völlig isoliert vom restlichen Firmennetzwerk („Air Gap“). Im Zeitalter von Industrie 4.0 und dem Internet of Things (IoT) sind sie jedoch nahezu vollständig vernetzt.
Das Problem: Viele dieser Anlagen sind seit Jahrzehnten im Einsatz und wurden nie für eine Anbindung an das Internet konzipiert. Sie verfügen oft nicht über die nötigen Ressourcen für moderne Verschlüsselungen oder regelmäßige Sicherheitsupdates.
Für Cyberkriminelle sind diese älteren, ungeschützten Systeme ein gefundenes Fressen. Sie dienen als leichtes Einfallstor („Türöffner“) in das ansonsten gut gesicherte Unternehmensnetzwerk.
Konkrete Bedrohungsszenarien in der OT
Die neue NIS-2-Richtlinie schreibt vor, diese Risiken zu minimieren und Vorgaben zum Umgang mit Angriffen zu etablieren. Wie real und verheerend Angriffe auf die Betriebstechnik sein können, zeigen die folgenden drei Szenarien:
1. Moderater Angriff: Die Gebäudeautomation (z. B. Klimaanlage)
• Angriffsziel: Manipulation der Temperaturregelung, insbesondere im Serverraum.
• Konsequenzen: Überhitzung der IT-Systeme.
• Ausmaß: Ein Ausfall der internen Kommunikation bzw. IT-Systeme und ein mehrstündiger Produktivitätsstau, der sofort hohe Kosten verursacht.
2. Schwerwiegender Angriff: SPS-gesteuerte Produktionslinien
• Angriffsziel: Veränderung der Steuerungsprogramme (SPS).
• Konsequenzen: Eine absichtlich herbeigeführte falsche Dosierung von Rohstoffen in der Fertigung.
• Ausmaß: Produktionsstillstand, immense Mengen an Ausschussware und eine potenziell lebensbedrohliche Gefährdung der Arbeitssicherheit für die Mitarbeiter in der Halle. Mehrtägige Ausfälle sind die Regel.
3. Kritischer Angriff: Zutrittskontrollsysteme & Medizintechnik
• Angriffsziel: Manipulation von Zugangsdaten zu sensiblen Bereichen (Serverräume, Labore, Intensivstationen).
• Konsequenzen: Unbefugter Zutritt, Datendiebstahl, Sabotage von kritischen Anlagen.
• Ausmaß: Langfristige Reputationsschäden, massive Bußgelder durch DSGVO- und NIS-2-Verstöße sowie der Verlust von kritischem Know-how oder gar die Gefährdung von Patientenleben.
Netzwerkisolatoren: Ein essenzieller Baustein der OT-Sicherheit
Softwareseitige Firewalls allein bieten KEINEN hundertprozentigen Schutz, insbesondere nicht gegen hardwarenahe Störungen oder physische Angriffe auf die Leitungen. Um die strengen Vorgaben der NIS-2-Richtlinie zu erfüllen, bedarf es mehrschichtiger Sicherheitskonzepte („Defense in Depth“).
Hier kommen Netzwerkisolatoren von EMO Systems ins Spiel. Sie trennen Ethernet basierte Netzwerke galvanisch voneinander. Was in der Medizintechnik längst Standard ist, um Patienten und Geräte vor gefährlichen Ableitströmen zu schützen, wird in der OT-Sicherheit zum wichtigen Cybersecurity-Baustein. Sie schützen empfindliche Betriebstechnik effektiv vor leitungsgebundenen Überspannungen und verhindern bestimmte physische Angriffsvektoren auf die Netzwerkinfrastruktur.
Fazit: Cybersecurity endet nicht am Server-Rack. Wer im Rahmen der NIS-2-Compliance wirklich sicher aufgestellt sein will, muss die Betriebstechnik zwingend in sein Risikomanagement integrieren.

