In der Medizintechnik gilt ein Grundsatz ohne Ausnahme: Systeme müssen auch dann sicher funktionieren, wenn die Rahmenbedingungen alles andere als ideal sind.
Genau aus diesem Anspruch heraus sind Normen wie die IEC 60601 entstanden. Sie erzwingen ein konsequentes Denken in Risiken, klaren Schutzkonzepten und galvanischer Trennung – nicht als optionales Extra, sondern als unverzichtbare Grundlage jeder Entwicklung.
Parallelen zur Industrieautomation
Was lange als typisch „medizintechnisch“ galt, begegnet uns heute zunehmend auch in der Industrieautomation. Moderne Anlagen sind komplexer, vernetzter und sensibler denn je. Typische Herausforderungen sind dabei:
verteilte Anlagenstrukturen
unterschiedliche Erd- und Massepotenziale
empfindliche Endgeräte und Steuerungen
steigende Anforderungen an Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit
Unter diesen Bedingungen reicht ein rein funktionales Design oft nicht mehr aus. Störungen, Potenzialverschleppungen oder unklare Masseverhältnisse können schnell zu Kommunikationsproblemen oder im schlimmsten Fall zu Geräteschäden führen.
MedTech-Denken als Mehrwert für industrielle Netzwerke
Genau hier zeigt sich, dass medizinisch geprägte Schutzkonzepte weit über die Medizintechnik hinaus einen echten Mehrwert bieten. Das in der MedTech etablierte Sicherheitsdenken lässt sich sinnvoll auf industrielle Anwendungen übertragen – insbesondere auf Ethernet-basierte Netzwerke.
Mit den Netzwerkisolatoren emosafe EN-95 und emosafe EN-96 bringen wir dieses Prinzip in die industrielle Kommunikation:
✔ galvanische Trennung zur sicheren Entkopplung von Netzsegmenten
✔ Schutz vor Störungen und Potentialverschleppung
✔ zuverlässige, robuste Kommunikation auch in anspruchsvollen Umgebungen
Beide Geräte sind für den Einsatz unter rauen Bedingungen ausgelegt und erfüllen unter anderem die Anforderungen der DIN EN 50155, was sie auch für besonders kritische industrielle Anwendungen qualifiziert.
Fazit
Sicherheit ist kein exklusives Merkmal einzelner Branchen. Sie ist ein Entwicklungsprinzip, das überall dort relevant wird, wo Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und der Schutz von Menschen und Technik zählen.
Wer Sicherheit von Anfang an mitdenkt, baut Systeme, die auch dann funktionieren, wenn die Realität nicht perfekt ist.